Lidia Pankratz wurde am 27.07.1951 im Dorf Kaltan als ältestes von drei Kindern in der Familie von Heinrich und Aganesa Pankratz geboren.
Lidia wuchs behütet und liebevoll auf, jedoch erlitt sie im Alter von fünf Jahren eine schwere Hirnhautentzündung, nach der sich ihr kindliches Leben beschwerlich veränderte. Ihre Krankheit beeinflusste ihre geistige Entwicklung, sodass Lidia durch die großen Einschränkungen zwar die Schule besuchte, aber keinen Schulabschluss erlangen konnte. Sie war für ihre Lebenszeit immer auf die Hilfe anderer angewiesen und da sie ihren Vater bereits als junge Frau verloren hatte, lebte sie bis zum Tod ihrer Mutter mit dieser in einem gemeinsamen Haushalt.
Bereits im Alter von 15 Jahren arbeitete Lidia gemeinsam mit ihrer Mutter als Reinigungshilfe in der Schule. Von 1971 bis 1992 arbeitete sie weiterhin eigenständig an der Schule.
Im Januar 1993 kam Lidia gemeinsam mit ihrer Mutter sowie mit der Familie ihrer Schwester Anna nach Deutschland. Schnell fanden sie ihr neues zu Hause in Lichtenberg, wo Lidia auch von 1996 bis 2009 in der Behindertenwerkstätte arbeitete.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Lidia ihre Berufstätigkeit niederlegen und war seitdem im vorzeitigen Ruhestand. Ihre Zeit verlebte sie gemeinsam mit ihrer Mutter in Lichtenberg. In ihrer Freizeit strickte sie gerne oder traf sich gerne mit Freunden und Bekannten, von denen sie immer als sehr hilfsbereit eingeschätzt wurde.
Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2018 lebte Lidia weiterhin selbstständig in ihrer eigenen Wohnung und erhielt Hilfe im Alltag von ihrer Schwester Anna.
Nach einem Sturz im Jahr 2024 musste sie im Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Der Krankenhausaufenthalt dauerte unerwartet länger, da ihr Gesundheitszustand doch kritischer war als erwartet. Als sich ihr Zustand etwas verbessert hatte, folgte im Anschluss eine Reha, bei der man feststellte, dass Lidia nicht mehr eigenständig leben könne und eine Betreuung benötige.
Im Dezember 2024 erhielt sie einen Pflegeplatz im Seniorenpark Lichtenberg, wo sie sich in ihrem liebevoll eingerichteten Zimmer sehr wohlfühlte.
Ihr Gesundheitszustand verbesserte sich bis zu ihrem Tod erstaunlich gut. Sie hatte wieder Energie, konnte sich stabil und sicher fortbewegen und nahm mit Freude am Leben im Heim teil.
Am 30. Juli 1989 bekehrte Lidia sich zu Gott und ließ sich am 12. August 1990 auf ihren Glauben hin taufen.
Lidia war ein Mitglied der Baptisten-Gemeinde Waldbröl. Die Gottesdienste besuchte sie regelmäßig, bis es aus gesundheitlichen Gründen und ihrer Mobilität nicht mehr machbar war. Die Hausbesuche durch Geschwister der Gemeinde nahm sie mit Freude und Dankbarkeit gerne an.
Und so nahm Gott, der Herr, sie völlig unerwartet am 21. Januar 2026 zu sich.
Sie hinterlässt ihre Schwester Anna und ihren Bruder Heinrich mit ihren Familien.
Wir gönnen ihr die ewige Ruhe.